Covid-19: Fake-News richten Schaden an

Foto: Website Optum Das Kompetenznetz Public Health COVID-19 hat ein Papier zum Umgang mit Falschnachrichten in Medien im Zusammen häng mit Covid-19 vorgelegt. Demnach kommen Falschnachrichten in allen Medien vor, richten Schaden an, beziehen sich häufig auf Regierungen und internationale Organisationen (z.B. WHO) und werden durch die Social Media Plattformen nicht konsistent gelöscht oder richtiggestellt.

Das Kompetenznetz erkennt zwei Gründe, warum Fake-News zur Coronakrise Schaden anrichten können: „Falsche Nachrichten über vermeintliche „Heilmittel" können Menschen zu gefährlichen Handlungen motivieren, die ihnen selbst oder anderen schaden können (wie etwa, Desinfektionsmittel zu trinken)." Und: „Viele verhaltenspräventive Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie funktionieren nur, wenn sie von einem möglichst großen Teil der Bevölkerung umgesetzt werden. Falschnachrichten können das Vertrauen in solche Maßnahmen und die Institutionen, die sie einführen und durchsetzen sollen, untergraben, ihre Umsetzung gefährden und so die Kontrolle des Infektionsgeschehens behindern."


Das Kompetenznetz stellt fest, dass viele unwahre Aussagen mit teils fatalen Folgen ihren Ursprung in sozialen Medien haben, etwa der Hype um das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin.


Laut des Papiers konnten 88% der Befragten Fragen zu Behandlung, Übertragung und Inkubationszeit von COVID-19 korrekt beantworten. Wichtige Schutzmaßnahmen waren etwa 95% bekannt. Gleichzeitig fühlten sich in einer weiteren repräsentativen Umfrage über 90% gut oder sehr gut zur Coronavirus-Pandemie informiert. Am meisten vertrauten die Befragten bei der Bewältigung der Krise Ärzte/innen, Krankenhäusern, dem Robert-Koch-Institut und der Wissenschaft. Gleichwohl waren 56% von der Informationsflut verunsichert, und nur 51% trauten sich zu, zu beurteilen, ob Informationen über das neue Coronavirus vertrauenswürdig waren.


Erste Analysen zeigen laut des Kompetenznetzes, dass über viele Medien hinweg falsche oder verzerrte Nachrichten zur COVID-19-Krise verbreitet werden. Vor allem aber über Informationsseiten im Internet, WhatsApp, Twitter, Facebook und Youtube.


Doch würden die sozialen Medien sehr unterschiedlich auf gemeldete Falschnachrichten reagieren: bei Twitter blieben 59% der beanstandeten Posts weiterhin verfügbar, bei Youtube 29% und bei Facebook 24%. Facebook, Twitter und Youtube würden nach eigenen Angaben Nutzende, die nach Informationen zu Coronavirus und COVID-19 suchen, auf offizielle Seiten mit sicheren Informationen hinweisen.


Gleichwohl sei die Zahl der Abrufe von Falschnachrichten auf diesen Portalen hoch. Es scheine einen Zusammenhang zu geben zwischen der Zustimmung zu COVID-19-Veschwörungstheorien und der fehlenden Bereitschaft, Gesundheitsempfehlungen zu CO-VID-19 zu befolgen.


Ein Bericht des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) verweise darauf, dass Falschnachrichtenteils geopolitisch gezielt genutzt und gesteuert werden könnten. In der Analyse einer Stichprobe überprüfter Falschnachrichten lagen bei etwa zwei Drittel der untersuchten Fälle keine frei erfundenen Nachrichten vor, sondern Inhalte waren verzerrt, in einen anderen Kontext gestellt und falsch verkürzt worden.


Bei einer Analyse deutscher Posts auf Facebook kamen falsche oder verzerrte Behauptungen über Pläne und Maßnahmen von Regierungs- oder internationalen Behörden wie UN und WHO (39% der untersuchten Fälle) am häufigsten vor. Falschnachrichten von Prominenten zu COVID-19 haben zwar zahlenmäßig einen eher geringen Anteil, besitzen nach Ansicht des Kompetenznetzes aber viel Einfluss, „weil sie häufig und mit steigender Tendenz weiterverbreitet werden, insbesondere in der augenblicklichen Situation".

Quelle: Kompetenznetz Public Health COVID-19; Foto: Website public-health-covid19.de; PM 9-2020-2


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