Trend mit Relevanz-Potential: Femtech

Foto: Website Fior Reports Die „Studie 2021, Social Media Trends" von Adenion und Pressrelations bezeichnet Femtech mit dem Begriff „Most Talented", was ein großes Relevanz-Potential bedeutet. Laut Einstufung der Experten kann das Thema zu einem großen Trend des Jahres werden.

Die Studie konstatiert, „dass Frauen nicht nur in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik benachteiligt sind, sondern auch durch technologische Entwicklungen und Produkte insbesondere im Healthcare-Bereich". Femtech-Lösungen würden Technik und Produkte speziell abgestimmt auf die Bedürfnisse von Frauen bieten. Mindestens sollen sie die oftmals einseitig männliche Sicht auf Technik- und Produktentwicklung erweitern. Inzwischen sei in diesem Rahmen auch eine rasant wachsende Startup-Szene von Femtech-Unternehmen entstanden. Und in den USA erreiche der Buzz dazu bereits hohe fünfstellige Zahlen.

Fior Reports schreibt dazu: „Es ist jedoch nicht zu leugnen, dass der Sektor der weiblichen Technologie (Femtech), der lange unterfinanziert und übersehen wurde, einen echten Moment hat. Zunehmend werden mobile Gesundheitslösungen, Telemedizin und tragbare Geräte zur Verfügung gestellt, um alles von der Menstruationspflege, Fruchtbarkeit, Schwangerschaftspflege bis hin zu Wechseljahrs- und Altenpflege sowie allgemeiner Gesundheit und Wohlbefinden zu adressieren." Doch bisher seien Femtech-Produkte für Investoren nicht so attraktiv, „weil sie oft verbraucherorientiert und hardwarebasiert sind, was sie von Anfang an schwer zu verkaufen macht".


In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung (Investoren ignorieren Frauengesundheit von Kathrin Werner, 27.4.2021) heißt es: „Die Femtech-Branche ist ein schlafender Gigant. Wann werden Investoren merken, dass ihnen die Hälfte der Weltbevölkerung als Zielgruppe entgeht, wenn sie kein Geld in Hightech für Frauengesundheit stecken?" Femtech-Start-ups haben im Jahr 2019 etwa 592 Mio. US-Dollar gesammelt. Zum Vergleich: Bei Fintech-Start-ups, das sind Neugründungen, die Technik für die Finanzindustrie verkaufen, waren es im gleichen Zeitraum 33,9 Mrd. US-Dollar.


Das Marktforschungsunternehmen Pitchbook geht davon aus, dass der Umsatz der Femtech-Branche von 820 Mio. US-Dollar im Jahr 2019 bis Ende 2030 auf mindestens 3 Mrd. Dollar wachsen wird. Frauen würden pro Jahr rund 500 Mrd. US-Dollar für Medizinprodukte ausgeben, heißt es. Aber nur 4 Prozent der gesamt Ausgaben für Forschung und Entwicklung seien auf die Gesundheit von Frauen konzentriert.


Frost & Sullivan sind etwas positiver in ihren Aussagen. Sie bewerten den globalen Venture-Capital-Markt für Femtech auf 1,69 Mrd. US-Dollar in 2019 und prognostizieren ein Wachstum auf 9 Mrd. US-Dollar bis 2024. Der weltweite Umsatz auf dem Femtech-Markt wird von Frost & Sullivan mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fast 13% angegeben, der bis 2024 auf 1,1 Mrd. US-Dollar steigen soll. BIS Research sagt dem Sektor bis 2030 einen weltweiten Umsatz von 3,04 Milliarden US-Dollar voraus.


Laut der Plattform sifted.eu war die Femtech-Branche bisher auf Themen wie Schwangerschaft, Periode und Menopause fokussiert. Doch jetzt erreiche sie auch klinische Studien und die Diagnose von Krankheiten, bei denen tendenziell ignoriert wurde, dass „die Körper von Frauen unterschiedlich sind und reagieren". In Österreich gibt es die Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die einen Schwerpunkt in der Förderung von Femtech-Projekten sieht: „FEMtech Forschungsprojekte unterstützen Vorhaben in Forschung, Technologie und Innovation, deren Forschungsgegenstand die unterschiedlichen Lebensrealitäten und Bedürfnisse von Frauen und Männern berücksichtigt. Dieser zusätzliche Gender-Schwerpunkt fördert Innovation und schafft neue Marktpotenziale. Der Nutzen für Kundinnen und Kunden steigt."

Foto: Website Fior Reports; PM 11-2021-1


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