Aussichten für die Life-Science-Industrie: Was kommt nach der Krise?

Grafik: KPMG Welche Lehren und Erkenntnisse ziehen Manager aus der Coronapandemie, welche Herausforderungen aber auch Chancen bieten sich? Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat dazu 500 Unternehmenslenker aus allen Wirtschaftsbereichen befragt, darunter auch 30 CEOs aus der Life-Science-Industrie.

Die Umsetzung digitaler Geschäfts- und Ertragsmodelle hat sich in der Pandemie erheblich beschleunigt - das sagen 94% der deutschen CEOs. Gut die Hälfte plant für die kommenden Jahre Investitionen in kundenorientierte Technologien. Daneben rücken KI-Anwendungen verstärkt in den Fokus. Damit gewinnen allerdings Cybergefahren in der Risikoeinschätzung der CEOs an Bedeutung. Potenzielle Cyberangriffe werden jetzt als größte Gefahr für die Unternehmen genannt, vor Risiken entlang der Lieferkette und regulatorischen Risiken.

Im Themenfeld ESG (Environment, Social and Governance) ist während der Pandemie insbesondere die soziale Komponente in den Mittelpunkt gerückt. Dazu zählen neben dem Schutz der Mitarbeitenden auch Fragen nach mehr Gleichberechtigung und fairer Produktion. Umwelt- und Klimaaspekte sind etwas in den Hintergrund getreten, sollen aber wieder wichtiger werden.


Nach der Pandemie dürften laut KPMG drei Aspekte die Wirtschaftsordnung und damit die Unternehmen prägen: das wachsende Tempo der Digitalisierung und Vernetzung, die Bündelung von Know-how und die Orientierung an einer nachhaltigen Lebensweise vieler Konsumenten/innen.


Der Einsatz digitaler Tools für die virtuelle Kommunikation wird in allen Bereichen zunehmen, sowohl bei den Mitarbeitenden als auch in der Interaktion mit Kundinnen und Kunden. 58 Prozent der CEOs gehen davon aus, dass die Kundenbindung und -anfragen überwiegend über virtuelle Plattformen erfolgen werden, z. B. Chatbots oder Social Media.


30% der deutschen CEOs bekunden ein großes Interesse an M&A-Aktivitäten innerhalb der nächsten drei Jahre. Dadurch soll u. a. ein Nachholbedarf bei kundenzentrierter Technologie ausgeglichen werden.


Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie: 92% der befragten CEOs erachten es als wichtig, die in der Krise erzielten positiven Entwicklungen im Umwelt- und Klimaschutz zu sichern. Ebenso viele glauben, dass Unternehmen zukünftig weit mehr an ihrer Umsetzung von Diversität gemessen werden als bisher.


Die Manager von Pharmaunternehmen sahen vor allem drei Bereiche von nachhaltiger Bedeutung:
•63% nannten zunehmende HR-Ressourcen für Gesundheit und Wohlfühlen,
•57% digitale Zusammenarbeit und Kommunikationswerkzeuge,
•53% überwiegende Nutzung virtueller Plattformen für Customer Engagement.


Als größte Risiken, die das wirtschaftliche Wachstum gefährden könnten, nannten 40% Umweltrisiken und Klimawandel, danach folgten Auflagen für klinischen Studien und Zulassungsverfahren sowie die Steuergesetzgebung. Es kommt auch ein Risiko hinzu, das im Vorjahr überhaupt noch nicht gesehen wurden: die Reputation.

*Quelle: KPMG - CEO Outlook Pulse Survey 2021, im Februar und März 2021 wurden weltweit 500 Topmanager – darunter 50 aus Deutschland und 30 Chefs von Pharmaunternehmen - danach befragt, wie sie auf die Veränderungen schauen, die die Pandemie mit sich gebracht hat; Grafik: KPMG; PM 18-2021-2


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