Gesundheitsdaten für die Forschung

gesundheitsdaten Eine neue App ermöglicht für klinische Studien die schnelle und einfache Erfassung von Patient-Reported Outcomes (klinische Fragebögen in Studien) und Real-World-Evidence aus dem Alltag der Patienten/innen von mehr als 300 Wearables und vernetzten medizinischen Sensoren. Das Robert Koch-Institut setzt die Lösung ber Corona-Datenspende 2.0 ein.

Die Gegenwart sieht oft noch sehr händisch aus: Bisher werden neue Erkenntnisse über Krankheiten und Therapien meist auf Basis von manuell (und analog) erhobenen, stichprobenartigen Gesundheitsdaten generiert. Die neue Lösung des Technologie-Startups Thryve ermöglicht es erstmals, ergänzende Daten aus dem Alltag der Patient:innen über lange Zeiträume automatisch und passiv zu erfassen. Krankheiten und Behandlungsfaktoren sollen mit einer hohen Datendichte erfasst werden können: Welchen Einfluss hatte das Wetter auf den Migräneschub? Wie reagieren Diabetiker/innen auf Gummibärchen nach einer Runde Sport? Und wie verändern sich Entzündungswerte bei Rheumatiker:innen in Abhängigkeit von Schlaf und täglicher Bewegung?
Diese Informationen werden in einer einheitlichen Datenplattform zusammen gefasst. Das soll die Datenbasis der deutschen Spitzenforschung stärken. Gleichzeitig soll sie Ärzte/innen und Forscher/innen in der Datenerhebung entlastet werden. Durch die Echtzeitüberwachung der eingehenden Daten soll ein schneller und umfassender Überblick über alle Aktivitäten und den Studienfortschritt ermöglicht werden. Kern der Plattform für klinische Studien ist eine Smartphone-App, die eine schnelle und einfache Datenerfassung von elektronischen Patient-Reported Outcomes (ePRO) in Form von digitalen Fragebögen ermöglicht.
Das Robert Koch-Institut setzt die App im Zuge der Corona-Datenspende ein, um weitere Studien zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie umzusetzen. Die Corona-Datenspende hat mehr als 500.000 Nutzer/innen. Darüber hinaus wird die neue Infrastruktur in einer Studie der FU Berlin in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse verwendet. In der BluesWatch+-Studie wird der Einsatz von Wearable-Daten in der Depressionstherapie untersucht.
In weiteren Partnerschaften, u.a. mit der Charité Universitätsmedizin Berlin und dem Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav), soll die neue Infrastruktur klinischen Studien zugrunde liegen. Digitale Gesundheitsservices, Telemedizin-Anbieter und Versicherer wie die AOK und die Techniker Krankenkasse nutzen die Technologie, um ihre Versorgungsangebote durch einfachen Zugriff auf die kontinuierlichen Gesundheitsdaten ihrer Nutzer/innen zu verbessern.

 

Foto: Thryve; PM 19-2021-3


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