AOK NORDWEST und GEHE: Grippeschutzimpfungen in schleswig-holsteinischen Apotheken

AOK NORDWEST Ab sofort wird die Grippeschutzimpfung auch in schleswig-holsteinischen Apotheken durchgeführt. Drei Jahre lang werden die AOK NORDWEST und der pharmazeutische Großhändler GEHE - in seiner Eigenschaft als Vertreter einer Gruppe von Apotheken - in einem Modellvorhaben testen, ob sich durch Impfungen in Apotheken die Impfquote erhöhen lässt.

Mit dem offiziellen Start am 19.11. können sich ab sofort Versicherte der AOK NORDWEST in vielen Apotheken vor Ort in Schleswig-Holstein gegen die Grippe impfen lassen. Dazu haben die AOK NORDWEST und der pharmazeutische Großhändler GEHE/Alliance Healthcare Deutschland (AHD) ein entsprechendes Modellprojekt vereinbart. Damit nutzen AOK und GEHE/AHD den Gestaltungsspielraum, den der Gesetzgeber durch das im letzten Jahr in Kraft getretene Masernschutzgesetz gegeben hat.
„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Impfquote deutlich zu erhöhen", sagt Andreas Thiede, Vorsitzender der Geschäftsführung bei GEHE. „Die Apotheken sind startklar und freuen sich auf diese neue Aufgabe. Durch umfassende Schulungen der AKADEMIE von GEHE & Alliance Healthcare Deutschland und unsere Kompetenz in Impfstofffragen sind wir bestens auf die bevorstehenden Grippeschutzimpfungen vorbereitet", so Thiede. Die Impfquote liegt in Deutschland bei den über 60-jährigen bei etwa 35 Prozent, laut Weltgesundheitsorganisation sollten es 75 Prozent sein.
Positive Erfahrungen in anderen europäischen Ländern
AOK-Landesdirektorin Iris Kröner betonte, dass die Grippeschutzimpfungen in Apotheken ein zusätzliches Angebot neben der bewährten Grippeimpfung durch die Hausärzte darstelle und gleichzeitig die medizinische Versorgung der AOK-Versicherten verbessere. Erfahrungen in anderen europäischen Ländern wie Dänemark, Frankreich, Schweiz oder Großbritannien hätten gezeigt, dass sich mit solchen Angeboten in Apotheken die Impfquote deutlich steigern lasse. Angesprochen wurden vor allem Menschen, die sich sonst nicht haben impfen lassen.
Ähnliche Projekte sind bereits in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und in Westfalen-Lippe gestartet. Sehr zum Mißfallen der Ärzte. In einer Mitteilung üben Kassenärztlichen Vereinigung (KVRLP) und der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz auf scharfe Kritik: „Impfen ist eine ureigene ärztliche Tätigkeit und gehört deshalb auch fest in die Hände von Ärztinnen und Ärzten." Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) findet keine guten Worte. Die Durchführung einer Impfung sei und bleibe eine originär ärztliche Aufgabe, monierte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. Die KV Nordrhein bläst zum Gegenangriff und will Sprechstundenbedarf nicht mehr in den örtlichen Apotheken sondern im Versandhandel bestellten. Die KV Baden-Württemberg hat in einer kürzlich statt gefundenen Vertreterversammlung eine Petition beschlossen, um der Forderung nach einem Dispensierrecht für Ärzte Nachdruck zu verleihen.

Foto: ABDA; PM 21-2021-2


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