Europa hat einen Plan gegen den Krebs

Foto: EU

Die Europäische Kommission hat am 3.2.2021 Europas Plan gegen den Krebs vorgelegt, der als „eine der wichtigsten gesundheitspolitischen Prioritäten der Kommission von der Leyen" bezeichnet wird. Der Plan will ein neues EU-Konzept für Krebsprävention, -behandlung und -versorgung vorgeben, das den gesamten Krankheitspfad, von der Vorsorge bis hin zur Förderung der Lebensqualität von Krebskranken und -überlebenden, umfasst.


Der Plan gliedert sich in vier Hauptaktionsbereiche mit zehn Leitinitiativen und zahlreichen Fördermaßnahmen. Er wird mithilfe der gesamten Palette der Finanzierungsinstrumente der Kommission umgesetzt, wobei insgesamt 4 Mrd. Euro für Maßnahmen gegen den Krebs vorgesehen sind, einschließlich Mitteln aus den Programmen EU4Health, Horizont Europa und Digitales Europa.

• Prävention durch Maßnahmen zur Bekämpfung der wichtigsten Risikofaktoren. Dazu gehören der Tabakkonsum – bis 2040 soll erreicht werden, dass weniger als 5 Prozent der Bevölkerung Tabak konsumieren –, schädlicher Alkoholkonsum, Umweltverschmutzung und Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen. Darüber hinaus werden im Rahmen der Kampagne „HealthyLifestyle4All" gesündere Ernährung und mehr Bewegung gefördert. Um durch Infektionen verursachte Krebserkrankungen zu verhindern, sieht der Plan vor, dass bis 2030 mindestens 90 Prozent der Mädchen-Zielpopulation in der EU geimpft werden und bei den Jungen eine deutliche Steigerung der Impfzahlen erreicht wird.


• Früherkennung durch Verbesserung des Zugangs zu und der Qualität von entsprechenden Verfahren sowie der Diagnostik. Außerdem sollen die Mitgliedstaaten dabei unterstützt werden, bis 2025 für 90 Prozent der für eine Brustkrebs-, Gebärmutterhalskrebs- bzw. Darmkrebs-Früherkennung infrage kommenden EU-Bürgerinnen und -Bürger Vorsorgeuntersuchungen anzubieten. Um dies zu erreichen, wird ein neues, von der EU unterstütztes Krebsvorsorgeprogramm vorgelegt.


• Diagnose und Behandlung , und zwar vor dem Hintergrund von Maßnahmen, die eine besser integrierte und umfassende Versorgung von Krebskranken gewährleisten und gegen Ungleichheiten beim Zugang zu hochwertiger Versorgung und hochwertigen Arzneimitteln vorgehen. Bis 2030 sollten 90 Prozent der betroffenen Patientinnen und Patienten Zugang zu nationalen onkologischen Spitzenzentren haben, die über ein neues EU-Netz vernetzt sind. Darüber hinaus wird bis Ende 2021 eine neue Initiative „Krebsdiagnostik und Behandlung für alle" eingeleitet, die dazu beitragen soll, den Zugang zu innovativen Krebsdiagnosen und -behandlungen zu verbessern. Die Europäische Initiative zum Verständnis von Krebs (UNCAN.eu) wird dazu beitragen, Personen mit hohem Risiko für häufige Krebsarten zu ermitteln.


• Verbesserung der Lebensqualität von Krebskranken und Krebsüberlebenden. Zu diesem Bereich gehören die Themen Rehabilitation, wiederauftretende Tumore, metastasierte Erkrankung sowie Maßnahmen zur Förderung der sozialen Integration und der Wiedereingliederung am Arbeitsplatz. Es wird eine Initiative „Besseres Leben für Krebskranke" ins Leben gerufen, deren Schwerpunkt auf der Nachsorge liegt.


Außerdem wird zur Unterstützung von neuen Technologien, Forschung und Innovation ein neues Wissenszentrum für Krebs gegründet, das auf EU-Ebene zur Koordinierung wissenschaftlicher und technischer Initiativen gegen Krebs beitragen soll. Es wird eine europäische Initiative über bildgebende Verfahren in der Krebsmedizin auf den Weg gebracht, die die Entwicklung neuer computergestützter Instrumente zur Verbesserung von personalisierter Medizin und innovativen Lösungen fördern soll.


Mit dem Start der Initiative „Hilfe für Kinder mit Krebs" wird ein besonderes Augenmerk auf Kinder gerichtet. Es soll sichergestellt werden, dass sie Zugang zu einer schnellen und optimalen Früherkennung, Diagnose, Behandlung und Versorgung haben. Schließlich wird 2021 zur Ermittlung von Trends, Unterschieden und Ungleichheiten zwischen den Mitgliedstaaten und Regionen ein Register der Ungleichheiten bei der Krebsbekämpfung eingerichtet.

Quelle: Europas Plan gegen den Krebs {SWD(2021)13final}, COM(2021) 44 final; Foto: EU; PM 3-2021-4


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