OTC-Gesamtmarkt entwickelt sich negativ

Grafik: BPI Die Pandemie wirkt sich auf die OTC-Branche aus: Für das Jahr 2020 zeigen die Absatz- und Umsatzentwicklungen deutlich nach unten. Und es gibt Verschiebungen: Tendenziell profitiert der Versandhandel von der Krise, während die Apotheken vor Ort Einbußen verzeichnen. Diese und weitere Erkenntnisse gehen aus den „OTC-Daten 2021" des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) hervor.

Die Pandemie hat in 2020 für starke Schwankungen im Apothekenmarkt, hauptsächlich für die nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel, gesorgt. Eine Betrachtung des Marktes auf Monatsebene verdeutlicht den Zusammenhang zwischen den Veränderungen am Markt und dem Verlauf der ersten und zweiten „Pandemiewelle" in Deutschland. Kurzfristige erhebliche Absatzzuwächse durch Bevorratungskäufe zum Beispiel im März 2020 wurden von massiven Rückgängen durch den bundesweiten Lockdown und das veränderte Konsumentenverhalten in den Folgemonaten abgelöst.

Grafik: BPINach einer kurzen Erholung des Marktes im Juni, zeigen sich im Juli und August Mengenrückgänge gegenüber dem Vorjahr. Erst im September kehrt sich dieser negative Trend, wenn auch nur vorrübergehend, wieder um. Die turbulente Marktentwicklung der ersten neun Monate hat sich im letzten Quartal 2020 fortgesetzt. Im Monat Dezember wurde der zweite Lockdown für Deutschland festgelegt. Dieser besteht seitdem fort und wird sich wahrscheinlich auch auf das Jahr 2021 erheblich auswirken, vor allem, da eine kurzfristige spürbare Verbesserung der Pandemiesituation im ersten Quartal 2021 durch die dritte „Pandemiewelle" wieder aufgelöst wurde.


Die drei wichtigsten Präparategruppen waren in 2020 die Husten- und Erkältungsmittel, gefolgt von den Schmerzmitteln und den Vitaminen/Mineralstoffen/Nahrungsergänzungsmitteln. Auf diese drei Präparategruppen entfielen über 58 % der abgesetzten Packungseinheiten.


Rund 16 % aller Verordnungen in Deutschland sind in 2020 auf verschreibungsfreie Arzneimittel entfallen. Dies bedeutet einen Rückgang um fast 14 % gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Verordnungen fanden mit einem Anteil von rund 44 % zu Lasten der GKV statt. 31 % der Verordnungen wurden über das Grüne Rezept erteilt und 25 % entfielen auf PKV-Rezepte. Die führenden Indikationen nach Verordnungen im OTC-Markt sind Thrombozytenaggregationshemmer, Expectorantien (ohne Antiinfektiva), Analgetika und Rhinologika und zwar über alle drei Verordnungswege hinweg.

Grafik: BPI, PM 8-2021-1


powered by webEdition CMS