Weitergabe medizinischer Daten: Vertrauenssache

Grafik: Roche 73% der Deutschen gaben in einer Umfrage* an, sich im Alltag nicht viele Gedanken zum Thema Datenschutz zu machen. Wenn es um die eigenen Gesundheitsdaten geht, dann sagen 67% den Überblick zu bewahren, an wen und wo die Daten freigegeben werden.

Die moderne Medizin ist datengetrieben. Patientendaten werden als Datenschatz gesehen, da sie helfen, dass durch deren Auswertung Krankheiten in der Zukunft besser bekämpft werden können. Doch Bedenken vor einem Missbrauch oder nicht erlaubten Zugriff sind vorhanden. Die Lösung ist der Datenschutz: Personenbezogene Daten werden geschützt, klinische und molekulare Informationen werden genutzt. Wie kritisch sieht Deutschland dennoch den Einsatz der "Datenmedizin"? 

In Deutschland ist mehr als die Hälfte verunsichert, was die Verwendung persönlicher Daten betrifft. In der EU ist diese Haltung in einzelnen Ländern nicht feststellbar. Gerade in den Ländern, bei dem die Bevölkerung einen Nutzen für sich und die Gemeinschaft erkannt hat, ist die Einstellung positiv. Wird der Nutzen greifbar, wie bei der Covid-19-App, und gibt es Vertrauen, dann steigt auch in Deutschland die Bereitschaft zum Teilen von Gesundheitsdaten. 83% sagen dann, dass sie ihre Daten bestimmt oder vielleicht teilen.


Als Anwendungen, die einen persönlichen Nutzen bringen, nennen 74% Speicherung der Daten zur besseren Einordnung einer aktuellen Erkrankung, 73% den Zugriff auf eigene Behandlungsdaten, 71% die Speicherung von Medikationen zur Vermeidung von Unverträglichkeiten, jeweils 64% die elektronische Form von Formularen bzw. Verwendung von Behandlungsdaten zur Weiterentwicklung von Therapien und 60% digitale Entscheidungshilfen für den Arzt. 


Die Befragung deckt aber auch auf, dass die Kenntnisse über Datenanwendungen im Gesundheitswesen nur oberflächlich sind. So sagten, nur geringe oder mittelgute Kenntnisse zu haben:
70% bei Auswertungen zum Bewegungsverhalten,
jeweils 74% bei Apps zur Verbreitung von Infektionskrankheiten bzw. bei Apps bei der Medikamenteneinnahme,
jeweils 76% bei der Optimierung der Therapie bzw. Bewegungs- und Ernährungstipps,
77% beim genauen Krankheitsbefund,
80% bei der Auswertung von Behandlungsdaten.

*Quelle: „Daten in der Medizin“ von Statista und Roche, befragt wurden 1.002 Personen ab 18 Jahren in Deutschland, national repräsentativ; Erhebungszeitraum: Mai 2020: Grafik: Roche; PM 9-2021-2


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